Berlin – Unglaublich! Weil bei der S-Bahn ein Mitarbeiter der InfraGo (Tochterunternehmen der DB) krank ist, bricht am Dienstagmorgen in Berlin der Verkehr auf fünf verschiedenen Linien zusammen!
Ab 6 Uhr hatte die Bahn ihre Kunden informiert, dass es wegen eines „kurzfristigen Personalausfalls im Stellwerk Baumschulenweg“ zu Ausfällen kommt. Und die waren gewaltig!
Die Linien S8, S9, S46, S47 und S85 waren deshalb zwischen Schöneweide und Neukölln bzw. Treptower Park unterbrochen. Es wurde ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet, teilt die S-Bahn mit. Zur Umfahrung sollte auch der Regionalverkehr genutzt werden.
B.Z. fragte bei der S-Bahn nach: Warum hängt der funktionierende S-Bahn-Verkehr auf fünf Strecken an einer Person?
„Wir versuchen in jedem einzelnen Fall Ersatz für erkrankte Fahrdienstleiter zu finden, um die Auswirkungen kurzfristiger Personalausfälle auf ein Minimum zu begrenzen.“ Im aktuellen Fall hätte man schon ab Montag nach einem Ersatz-Mitarbeiter gesucht, weshalb der ursprüngliche Ausfall einer achtstündigen Schicht auf vier Stunden reduziert worden sei.
Grundsätzlich seien „Zugverkehrssteuernde für die jeweilige Stellwerkstechnik und Region ausgebildet und für die örtlichen Gegebenheiten eingearbeitet“. Sie können laut Bahn nicht automatisch an jedem beliebigen Stellwerk eingesetzt werden.
„Wir möchten uns für die Unannehmlichkeiten, die den Fahrgästen durch den Stellwerksausfall entstanden sind, entschuldigen. Klar ist, dass Stellwerke nicht besetzt werden können und unsere Kunden darunter leiden, muss eine Ausnahme bleiben“, so ein Bahnsprecher.
S-Bahn-Verkehr nach vier Stunden wieder durchgängig
Immerhin die S-Bahnen fuhren ab 10.15 Uhr wieder normal, auch wenn es zunächst noch zu Verspätungen kam. Außerdem fährt die S46 zwischen Königs Wusterhausen und Westend nur im 20-Minuten-Takt, die S47 nur zwischen Spindlersfeld und Schöneweide.
Im vergangenen Jahr hätte es insgesamt zwei derartige Störungen durch Dienstausfälle bei der Berliner S-Bahn gegeben. Die Störungen durch Dienstausfall am Dienstag seien die ersten in diesem Jahr gewesen.
Es ist nicht der einzige Personalmangel im Berliner Verkehr, der aktuell große Auswirkungen hat. Der Tiergartentunnel wird aktuell in den werktäglichen Nächten gesperrt, da Personal fehlt. Wie lange dies noch der Fall sein wird, ist unklar.